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Wiesbadener Kurier Januar 2017

Mord und Totschlag im Dorfkrug

02.04.2012 - WILDSACHSEN

Von Christine Dressler

KULTUR LOKAL Krimi-Zeit in Wildsachsen

„Was ist echt und was Fiktion?“ und „Blühen die Kirschbäume in der Wetterau schon?“ oder „Was sind Klappersänger?“ Dutzende und unterschiedlichste Fragen stellen die knapp 40 Besucher bei der zweiten „Krimi-Zeit“ der Bücherei den beiden Frankfurter Autoren Jule Schwachhöfer und Gerhard Schrick. Dicht an dicht gedrängt sitzen vor allem ältere Frauen, aber auch einige Männer im Kaminzimmer vom „Dorfkrug“ bis zur Tür. Auch zwischen den Tischen gibt es keinen Freiraum. Wildsachsener Leser und Nichtleser der Bücherei sprengen mit Krimifans aus der Region die Kapazitäten des rustikalen Nebenraums mit dem gemauerten Kamin. Wer keinen Platz mehr an einem Tisch gefunden hat, hält sein Glas auf dem Schoß.

Frage und Antwort

Ganz still lauschen alle, als erst Schwachhöfer aus ihrem Krimi „Tod in der Wetterau“ und Schrick später aus seinem „Altlast“ liest. „Heute war ihr zweiter Urlaubstag“, startet sie mit dem Fund der grausig entstellten Leiche durch eine Reiterin. Wie er mit der fiktiven Aufklärung des realen Mords an seiner eigenen Tante, führt sie das Publikum im Wechsel aus Lesung und verbindenden Erzählpassagen und Antworten auf immer neue Fragen der Zuhörer durch das Buch und vergewissert sich, ob alle den Zusammenhängen folgen können.

So rege der Frage-Antwort-Austausch mit den Frankfurtern ist, so wenig stört ein Geräusch die Lesesequenzen. Die meisten sehen konzentriert auf den Vorleser. Manche blicken entrückt ins Leere. Einige blenden die Umwelt komplett aus, versinken mit geschlossenen Augen in den Handlungen, die an unterschiedlichste Orte bis nach Kroatien oder in die Kreise der Duisburger Mafia entführen. „Sehr spannend“ finden die Zuhörer nicht nur die „toll geschriebenen“ und „ganz unterschiedlichen“ Kostproben, sondern auch das Altersprojekt „UniScripta Verlag“ der insgesamt elf Autoren. Wer von ihnen bei der Lesung ist, muss ebenfalls Fragen beantworten. Da erklärt zum Beispiel der Eppsteiner Wolfgang Ullrich, dass sie sich alle elf in Schreibkursen kennenlernten, die sie als Ruheständler an der Universität Frankfurt besuchten. Da kein Verlag ihre Ergebnisse drucken wollte, hätten sie vor anderthalb Jahren ihren eigenen Verlag gegründet, der sich komplett selbst trage.

Beweis der Begeisterung ist, dass sich die Wildsachsener bei den Organisatorinnen Ute Lindner und Helga Schulze vergewissern, dass sie die Bücher in der Bücherei vorrätig haben, oder sie sich wie die externen Besucher selbst kaufen und signieren lassen. Ob und wann es eine dritte „Krimi-Zeit“ gebe, wollen sie wissen und merken sich den Termin 30. September gleich vor.

   

 
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