Main Hauptbahnhof, Frankfurt21, Wolfgang Ullrich - UniScripta Verlag, edition ullrich

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Main Hauptbahnhof, Frankfurt21, Wolfgang Ullrich

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Inhalt

Frankfurt Hauptbahnhof – Ort ungewöhnlicher Begegnungen. Reisende treffen aufeinander, Lebenswege kreuzen und Schicksale erfüllen sich. Geschichten voller Spannung – dramatisch, rätselhaft, komisch und manchmal auch grotesk über Menschen, für die der Hauptbahnhof Durchgangs- und Endstation wird: ein ehrbarer Bürger, der im Zug seiner Vergangenheit begegnet, ein Junge, der sich in den Bahnhofskatakomben versteckt, naive Erpresser, die einen Zug entführen, eine Frau, die sich verfolgt fühlt, eine junge Russin, die auf geheimnisvolle Weise verschwindet …
Zum Jubiläum des Hauptbahnhofs der Mainmetropole haben sich die Autoren und Autorinnen des UniScripta Verlages etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Zehn Kurzkrimis rund um den Bahnhof, vereint im Sammelband MAIN HAUPTBAHNHOF.

Zur Einstimmung:
MAIN Hauptbahnhof (Gerhard Schrick)

ICE 884………..……………………………………...                                        
(Astrid Hennies)

Ausgetrickst ..…………………………………………
(Jule Schwachhöfer)

Der Feinschmecker …………………………….….…
(Peter Luyendyk)

Vorsicht an der Bahnsteigkante ………………………
(Chris Böhm)

Endstation Rom ………………………………….
(Irmgard Schürgers)

Dichter und Banker …………………………………..
(Gerhard Schrick)

Gier …………………………………………………..
(Karin Rödder)

Syrinx und Pan ……………………………………….
(Monika Hoßfeld)

Frankfurt 21 ………………………………………….
(Wolfgang Ullrich)

Lügen ……………………………………………..….
(Erika Reichhardt)

Leseprobe


Frankfurt21, Wolfgang Ullrich

... Als dann der große Tag kam, waren Edgar und Lisa bestens vorbereitet. Sie trugen beide eine von Lisa selbst geschneiderte Uniform der Bahnpolizei, als sie am Morgen des 11. März in Begleitung von Sebastian das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs betraten. Edgar schulterte einen Rucksack mit allen Utensilien für die Videoaufnahmen. Sie durchschritten das mächtige, aus Granit und rotem Sandstein errichtete Empfangsgebäude und kamen in die schon damals beim Bau beeindruckende Bahnsteighalle, bei der riesige Stahlträger als Werkstoff dominierten. Edgar blickte selbstsicher in die Runde. Er mit seiner Angst vor Mittelmaß und dem Abtauchen in die Tiefe sah in die Höhe und fühlte beim Anblick dieser geglückten Einheit von Stein und Stahl neue Energien in seinem Körper. Am Bahnsteig 16 gingen sie abseits von den wartenden Bahngästen in Stellung. Edgar prüfte die Uhrzeit auf einer der großen Bahnhofsuhren. Noch zwei Minuten. Dann kam der Regionalzug aus Fulda. Edgar sah in ihn als erster. Die rote Lok zog die Wagen langsam herein, bis sie nur noch ein paar Meter vom Ende des Bahnsteiges entfernt zum Stehen kamen. Der Lokführer öffnete sein Fenster und sah heraus. Edgar und Lisa atmeten tief durch. Noch blieben sie in einiger Entfernung still stehen. Als der Zug  abgekoppelt war, gingen sie langsam auf die Lok zu, Sebastian in ihrem Windschatten.  Edgar zog seinen Ausweis und reckte ihn in die Höhe:
„Bahnpolizei. Routinebesuch. Bitte steigen sie aus.“


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