SOS - Tod an Bord, Karin Rödder - UniScripta Verlag, edition ullrich

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SOS - Tod an Bord, Karin Rödder

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Inhalt

Hannes Hansen ist Offizier auf einem Kreuzfahrtschiff. Getrieben von Machtgier und krankhaftem Ehrgeiz hat er nur einen Wunsch: Er möchte endlich Kapitän werden. Als sein Rivale Jörg Orlau ihm vorgezogen und zum Kapitän befördert wird, schreckt Hansen blind vor Neid und Missgunst vor keinem Mittel zurück, um sein Ziel zu erreichen.
Auf einer Reise um die halbe Welt spitzt sich der Konflikt zwischen den beiden Männern immer mehr zu, bis es schließlich zur Katastrophe kommt.

Leseprobe

Prolog


Er schaute in den Himmel und wusste, dass er sterben würde. In diesen letzten Minuten seines Lebens dachte er an seinen Großvater, an dessen Geschichten, mit denen er aufgewachsen war. Geschichten, die weniger Erzählungen als Fabeln waren. Geschichten über den 'Saal der Macht' mit seinen vielen miteinander verbundenen Räumen. Über die Gefahren, die der Eroberer bestehen musste, bis er den 'Saal der Macht' erreichte. „Und wenn du dich dann auf den Herrschersitz setzt und deinen Erfolg genießen willst, dann kriechen sie von allen Seiten auf dich zu, nähern sich dir aus allen Räumen. Wie gierige Adler,  heimtückische Schlangen, gefräßige Geier, hungrige Schakale, und alle wollen dir deinen errungenen Besitz entreißen, alle wollen sich mit ihren Klauen und Zähnen ein Stück davon holen. Das ist das Prinzip der Macht.“
Der kleine Junge hatte den Sinn der Geschichten lange Zeit nicht verstanden. Aber er fragte seinen Großvater nicht, was sie bedeuten sollten. Erst viel später wurde ihm klar, was ihm sein Großvater hatte sagen wollen.
Jetzt spulte sich sein Leben vor seinem geistigen Auge im Zeitraffertempo ab. Seine Eltern, seine Kindheit und Jugend, seine Ausbildungszeit, sein Berufsleben...
Er hatte gewusst, dass es riskant und gefährlich für ihn war, aber er wollte unbedingt den 'Saal der Macht' erreichen. Hindernisse mussten ausgeräumt werden. Er war kurz vor dem Ziel gewesen. Es hätte ebenso gut positiv für ihn enden können. Er hatte wohl einige Leute unterschätzt. Den Fehler konnte er nicht mehr korrigieren. Es war Ironie des Schicksals, dass er gerade an dieser Insel gestrandet war.
Würde er alles anders machen, wenn er nochmals die Chance dazu hätte? Bereute er sein Leben? Diese Fragen konnte er sich nicht mehr beantworten.



 
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