Wer auf Rache aus ist ... - UniScripta Verlag, edition ullrich

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Wer auf Rache aus ist ...

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Inhalt
 
Immobilienbetrug und Bauspekulationen zerstören die Lebenspläne der betroffenen Opfer. Hauptkommissarin Sarah Sonntag gerät unter Druck, als sie mit zwei geheimnisvollen Morden konfrontiert wird. Auf einem verwilderten Grundstück mitten in Friedberg wird eine Leiche in einer verrosteten Betonbombe gefunden. Und als dann auch noch im riesigen Aquarium eines China-Restaurants ein Toter auftaucht, ist es völlig aus mit der beschaulichen Ruhe in der Kreisstadt.

Auch in Jule Schwachhöfers zweitem WETTERAU-Krimi ermittelt wieder Hauptkommissarin Sarah Sonntag zusammen mit ihrem Kollegen Peter Freund, den Lesern bereits bekannt aus dem Krimi TOD IN DER WETTERAU.
Leseprobe

Der Impuls zuzuschlagen, kam automatisch. Wie oft er den Mann vor ihm traf, wusste er später nicht mehr. Ein- zwei- oder dreimal. Als er aufhörte, war alles still um ihn herum. Nur ein schweres
 
Keuchen war zu hören, und irgendwann merkte er, dass dieser Laut von ihm selbst kam.
 
Neben ihm lag ein dunkler Schatten. War Leh-mann tot? Mühsam richtete er sich auf und be-merkte, dass er immer noch etwas krampfhaft umklammerte – einen Hammer, der schwer in seiner Hand lag.
 
Wo war seine Maglite? Er kroch auf dem Boden, versuchte die Gestalt neben ihm nicht zu berühren. Da, da lag die Lampe! Er tastete herum, bis er den Knopf fand. Das Licht ging an und beleuchtete die gespenstische Szene. Lehmann, der in einer Abwehrhaltung erstarrt auf dem Boden lag, mit einer klaffenden Kopfwunde, aus der Blut floss. Der war tot, das war offensichtlich! Er warf einen letzten Blick auf die Leiche, wollte seinem Impuls folgen und so schnell wie möglich verschwinden. Nein! Halt! Sein Plan! Der Plastiksack. Er hatte sich doch schlau gemacht, hatte vorgesorgt. Bis ins Kleinste die Hinrichtung durchdacht.
 
Lehmanns Gegenwehr hatte seine Pläne durchkreuzt, aber jetzt musste er einen klaren Kopf behalten. Aus der rechten Manteltasche holte er den Plastiksack heraus, entfaltete ihn, pustete kurz hinein, blähte ihn auf, stülpte ihn über Lehmanns Kopf, zog die Schnüre in der Höhe des Halses zusammen und verknotete sie. Das Grundstück hatte er schon Wochen vorher inspiziert. Dass da noch die alte verrostete Betonbombe stand, hatte seine Fantasie beflügelt. Wie das passte! Er versenkte also den Hammer in seiner linken Manteltasche, die Maglite in der rechten, nahm die Leiche auf seine Schulter und kämpfte sich Zentimeter für Zentimeter durch die Büsche. Adrenalin verschafft Bärenkräfte. Kein Blut tropfte auf seinen Mantel. Der Sack hielt dicht. Nur keine augenfälligen Spuren hinterlassen.
 
Vor der Bombe setzte er den, der einmal Lehmann gewesen war, ab, verschnaufte einen Moment, pumpte sich auf wie ein Schwergewichtler, stemmte die Leiche hoch und ließ sie vorsichtig in den Trichter gleiten. Er drehte sich um und verließ das Grundstück. Rache ist süß.
 
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