Unterbelichtet, Peter Luyendyk - UniScripta Verlag, edition ullrich

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Unterbelichtet, Peter Luyendyk

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Inhalt

Doris hat die Nase endgültig voll. Sie hasst ihren millionenschweren Gatten, der sie mit seinem Geiz noch in den Wahnsinn treibt. Das Ekelpaket muss „weg“! Aber wie? Sie beginnt Kriminalliteratur zu lesen, findet darin allerdings keine geeignete Methode, ihren Mann aus dem Weg zu räumen. Aber so schnell gibt sie nicht auf. In einem Zeitungsbericht über Selbstmörder, die von der Golden Gate Brücke in San Francisco springen, wird sie schließlich fündig. Sie schlägt ihrem Ehemann, der Hobbyfotograf ist, einen Ausflug zu den Klippen am Meer vor.
Nachdem die ehemüde Frau ihren Mann erfolgreich über die Klippen ins Jenseits befördert hat, will sie nun endlich ihr Leben als steinreiche Erbin und lustige Witwe in vollen Zügen auskosten.daraus wird nichts ...

Leseprobe

Ullrich nähert sich mit unsicheren Schritten der Stelle seiner privaten Schatzkammer. Kurz vor dem Durchgang stutzt er: „Da sitzt doch jemand?“ Im Sternenlicht erkennt er einen hellen Mantel neben einem kleinen aufgegrabenen Hügel.
„Hallo“, sagt er, „wer sind Sie?“
„Ich bin diejenige, die du beklaut hast“, sagt Doris.
Ulli fällt aus allen Wolken. Er hat es nie im Leben für möglich gehalten, sie hier anzutreffen.
Mit seiner Rechten hält er das Messer in seiner Tasche umklammert. Plötzlich schluchzt er: „Ich… ich, Doris, ich kann nichts dafür, ich... ich werde selber erpresst. Die haben gesagt, dass man uns beide tötet, wenn ich nicht mitspiele. Ich wollte nur, dass wir leben. Dass wir zusammen sein können.“
„Wer erpresst uns denn?“
„Ich... ich, na ja, die russische Mafia natürlich..., das ist doch klar.“
„Die Unterhaltung gleitet ins Schwachsinnige ab“, antwortet sie spitz. „Du bist ein Erpresser, du hast den Plan gehabt, hast die Briefe geschrieben, bist mit dem Boot rausgefahren und hast wohl das Gekritzelte von meinem Mann gefunden. Du bist ein gemeiner Hund. Egal, was du noch sagst, ich glaube dir kein Wort mehr.“
„Dann sind wir quitt“, schreit er plötzlich. “Warum tue ich mir das Theater überhaupt noch an? Du dumme Kuh! Du arme Irre! Du, du… Mörderin! Die Wahl zwischen dem Geld und dir war einfach. Ich will das Geld haben. Sonst kommst du hier nicht mehr lebend weg.“
Er zieht das Messer aus seiner Tasche und macht einen Schritt vorwärts.
Die Bügel der Falle schlagen mit einem unangenehmen metallischen Geräusch zu. Ullrichs Schienbein bricht sofort, die Hauptader im rechten Bein ist durchtrennt. Zuerst ist er einfach nur erstaunt. Er kann zwar nichts sehen, weiß trotzdem, dass etwas nicht stimmt.



 
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