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28.03.2012 - ROMMELHAUSEN

Frühere Rommelhäuser Lehrerin Jule Schwachhöfer kehrt als Autorin zurück - Gemeinsame Lesung mit Gerhard Schrick

(hp). Erinnerungen wurden wach bei der Veranstaltung „Lesen in Limeshain“. Stine Kockrick, Leiterin der Gemeindebücherei in Rommelhausen, hatte mit Autorin Jule Schwachhöfer eine ehemalige Lehrerin zu Gast, die in Rommelhausen einst tätig war. „Vor 50 Jahren bin ich das erste Mal durch diese Tür gegangen“, erinnerte sich Schwachhöfer und deutete auf den Eingang der Bücherei, die im Dorfgemeinschaftshaus, dem ehemaligen Schulgebäude, untergebracht ist.

Viel Zeit ist seitdem vergangen. Die ehemalige Lehrerin - sie lebt nach ihren eigenen Worten nun im „postpädagogischen Paradies“ - wohnt heute in Frankfurt. Dort besuchte sie die Universität des dritten Lebensalters (U3L) und belegte Seminare in Kreativem Schreiben. Dabei lernte sie weitere Schreibbegeisterte kennen, die sich auch nach Ende des Seminars zum Schreiben trafen.

Während dieser Treffen entstanden Kurzgeschichten, biografische und weitere literarische Texte sowie neun Kriminalromane und ein Theaterstück. Weil sich keine Verlage fanden, die kostengünstig die Werke veröffentlichen wollten, habe die Gruppe die Idee gehabt, den eigenen UniScripta Verlag ins Leben zu rufen. „Wir machen alles allein“, berichtete dazu Gerhard Schrick. Auch er gehört den kreativen Schreibern an und war nach Rommelhausen gekommen, um - wie Schwachhöfer - sein Buch vorzustellen.

Kockrick freute sich, so viele Interessierte in der Bücherei begrüßen zu können, darunter auch einige ehemalige Schüler und Schülerinnen von „Fräulein Arndt“, wie Jule Schwachhöfer damals noch hieß, sowie Bürgermeister Adolf Ludwig und die Kreistagsbeigeordnete Brigitte Dietz.

Den Auftakt machte Gerhard Schrick und las aus seinem Buch „Altlast“ vor. Sein Krimi spielt am Niederrhein. Rentner Andreas Gerlach erfährt, dass seine Tante Dora vor vielen Jahren einem ungeklärten Verbrechen zum Opfer fiel.

Weil ihm diese Tatsache keine Ruhe lässt, fährt er an den Ort des Geschehens. Doch seine Nachforschungen treffen auf erbitterten Widerstand. Er habe in dem Buch eigene Kindheitserinnerungen und reine Fiktion vermischt, erklärte Schrick. Denn tatsächlich sei seine Tante, Besitzerin eines großen landwirtschaftlichen Hofes, der zu Bauland wurde, ermordet worden. Der Mord sei aber bis heute nicht aufgeklärt, so Schrick. „Vieles sei in der Phantasie entstanden, aber es steckt dennoch viel Heimat darin“, fügte er an. Schrick war für die Geschichte wieder an den Niederrhein, in die Nähe von Xanten, gefahren.

Der 70-jährige machte einst eine Ausbildung im Steinkohlenbergbau, studierte später Soziologie. Tätig war er in Forschung, als Lehrer, in Unternehmensberatung und Politik. 40 Jahre lang lebte er in Berlin, bevor er nach Frankfurt zog.

Jule Schwachhöfers Buch „Tod in der Wetterau“ beruht auf einer wahren Begebenheit. Der seit Jahren in Deutschland lebende Kroate Josip Galic wird tot auf einer Koppel nahe der A 5 bei Friedberg gefunden, brutal ermordet. Spielten Drogen eine Rolle, Autohandel oder private Unstimmigkeiten? Wie zuvor Schrick, verrät auch Schwachhöfer nicht das Ende, sondern machte ihre Zuhörer mit den vorgelesenen Passagen neugierig. Für ihr Buch habe sie die Unterstützung der Friedberger Polizei gehabt, die den Fall vor fünf Jahren tatsächlich löste, erzählte sie. Die Personen seien aber frei erfunden, wobei ihr Zufälle weitergeholfen hätten. Neben der spannenden Handlung werde das Buch auch durch seinen Wiedererkennungswert interessant. Die Kriminalbeamten wohnen in Friedberg, Verbindungen zu Altenstadt und Büdingen werden in dem Buch hergestellt.

Am Ende hatten die Besucher noch viele Fragen an die Autoren. „Wir treten bei Lesungen nie alleine auf“, betonte Schrick. Mindestens zwei Autoren aus der Gruppe seien dann unterwegs. Dass sich aus den Treffen der Hobbyautoren nach dem Besuch der U3Lein eigener Verlag gründete, sei seines Wissen bislang einmalig. „Ich kenne kein anderes Beispiel“, sagte er. Schließlich wurde zum Schluss der Lesung noch die Verbindung von Limeshain und seiner Heimat am Niederrhein gezogen. Denn in Limeshain waren einst die Römer ansässig, wie der Limes vor der Haustür beweist. Und auch am Niederrhein wie im Gebiet um Xanten lebten einst die Römer.

Krimifans kommen in Nieder-Florstadt voll auf ihre Kosten
11.11.2011 - FLORSTADT

Irmgard Schürgers, Jule Schwachhöfer und Michael Hartenstein. Foto: Nolte
Spannend, unterhaltsam und kurzweilig: Lesung mit Jule Schwachhöfer und Irmgard Schürgers - „Tod in der Wetterau"  frei nach wahrer Begebenheit
(no). Über 40 Krimifans kamen jetzt zu Buch & Natur in Nieder-Florstadt zur Lesung von Jule Schwachhöfer und Irmgard Schürgers, die ihre neuen Kriminalromane „Tod in der Wetterau" beziehungsweise „Kaltherz" vorstellten. Hausherr Michael Hartenstein begrüßte die Gäste und dankte den „Florstädter Kinderfreu(n)den", die sich an der Organisation beteiligt hatten.
Jule Schwachhöfer, geboren in Pommern und aufgewachsen in Nordrhein-Westfalen, lebt heute in Frankfurt und engagiert sich für die Freundschaft und Zusammenarbeit der beiden Universitäten in Slipsk/Polen und in Frankfurt. Sie hat bereits mehrere  Kurzgeschichten veröffentlicht und ist Gründungsmitglied der Autorengruppe „UniKat". Ihr Roman „Tod in der Wetterau", frei nach einer wahren Begebenheit, handelt von dem seit vielen Jahren in Deutschland lebenden Kroaten Josip Galic,  der tot aufgefunden wird. Brutal ermordet, abgelegt auf einer Koppel nahe der A 5 bei Friedberg. Familie, Freunde und Kollegen sind fassungslos. Unvorstellbar, dass er Feinde hatte. Führte er ein Doppelleben?
Irmgard Schürgers ist in Frankfurt geboren. Sie arbeitete für Verlage und Werbeagenturen. Nach dem Berufsleben begann sie 2004 ein Studium an der Frankfurter Goethe-Universität, nach dem Erscheinen ihrer ersten Kurzgeschichten entstand 2010 ihr  erster Kriminalroman „Kaltherz". Auch sie ist Mitglied der Autorengruppe „UniKat". In ihrem Roman geht es um den Tod von Lothar Meyer, der an einem eiskalten Februarmorgen tot vor seinem Wohnheim in Frankfurt- Sachsenhausen aufgefunden wird.  Alles deutet darauf hin, dass er erfroren ist. Aber es ist kein Unfall - und das Wohnheim ist kein gewöhnliches Wohnheim. Katja Lehmann, die ermittelnde Kommissarin, sieht sich mit einem Fall konfrontiert, bei dem die gewohnte Routine nicht weiterhilft.

Kreis-Anzeiger

BÜDINGEN
Mancher mag spät das Licht gelöscht haben

Nach dem Blick in eine Autorenwerkstatt: Irmgard Schürgers, Jule Schwachhöfer, Chris Böhm und Carla Kleinau (v.l.) im  Literarischen Salon. Foto: Marsch
19.10.2011 - BÜDINGEN
Krimiautorinnen Jule Schwachhöfer und Chris Böhm stellen Werke im Literarischen Salon vor - Interessante Werdegänge
(em). Im Literarischen Salon in der Bürgerstube des Uralten Rathauses begrüßte Initiatorin Carla Kleinau diesmal zwei Krimiautorinnen. Jule Schwachhöfer und Chris  Böhm stellten auf Einladung des Kultukreises Texte vor, die neben dem genretypischen  „Whodunnit?" Lokalkolorit als zusätzlichen Reiz haben: Böhms „Der letzte Besucher" spielt in Frankfurt, Schwachhöfers „Tod in der Wetterau"  auf einem Reiterhof irgendwo zwischen Altenstadt und Rosbach.
Darüber hinaus bekamen die Zuhörer Einblick in eine Textwerkstatt ganz besonderer Art. Neben Böhm und Schwachhöfer waren mehrere Mitglieder des Autorenverlages „UniScripta" gekommen, eines Arbeitsforums, in dem im vergangenen Jahr neun   Krimis und ein Theaterstück entstanden, zum Teil schon veröffentlicht, zum Teil kurz davor.
Irmgard Schürgers, wie Böhm und Schwachhöfer ebenfalls ein Mitglied dieses freundschaftlich verbundenen Autorenkreises, stellte die Entwicklung kurz vor. Ruheständler, die Qualifikationen aus unterschiedlichen Berufen mitbrachten, hatte sich   in Frankfurt im Zuge der Universität des Dritten Lebensalters (U3L) getroffen und dort mehrere Semester lang die Seminare „Kreatives Schreiben" belegt. Die Germanistin Astrid Hennies, Dozentin an der U3L, begleitete sie unter anderem beim Verfassen   von Kurzgeschichten und biografischen Skizzen, und die Arbeitsgemeinschaft wuchs immer enger zusammen. So war es naheliegend, dass der Wunsch aufkam, selbst ein Buch zu schreiben.
Man entschied sich für das Genre Krimis. Hennies begleitete als Tutorin das Entstehen der Manuskripte. Kein freies Fabulieren: Die Autorengruppe legte Wert auf überzeugende Plots, auf Stimmigkeit, auf realistische Abbildung der Ermittlungsvorgänge.   Sehr entgegenkommend sei der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt gewesen, berichtete Schürgers. Er habe ausführlich kriminalpolizeiliche Arbeit dargestellt und die Gruppe auch durch das hauseigene Museum geführt, einen Ort mit  zum  Teil gruseligen Exponaten. In dieser intensiven Atmosphäre soll im Januar 2012 auch eine Lesung aus den neu erschienenen Krimis von „UniScripta" stattfinden.
Denn an der Gründung eines Eigenverlages schien kein Weg vorbeizuführen. Als nämlich die Manuskripte druckfertig vorlagen, fanden sich allenfalls Verlage, die im Auftrag der Autoren Bücher fertigstellen und vertreiben - zu Fantasiepreisen   für die Verfasser der Manuskripte. Also nur für die Schublade schreiben? Das Autorenkollektiv fand eine Lösung, die die Beteiligten bis heute fasziniert: Sie gründeten den Verlag „UniScripta", teilten alle Arbeiten vom Vergleich der   Druckereikostenvoranschläge über Lektorat, Produktion und Marketing untereinander auf, und die Treffen samt Plänen gehen weiter. Kurzgeschichten unter dem Titel „Mann, o Mann" und Frau, o Frau" sollen als nächstes entstehen. „Ohne die Gruppe hätte ich mein Vorhaben nicht durchgehalten" - Stolz und Freude der Autoren an ihre fertigen Werken waren unverkennbar.
So wurden die Zuhörer des Literarischen Salons durch gelesene Abschnitte neugierig gemacht. Chris Böhm begann. Sie warf Schlaglichter auf die Hauptpersonen des „Letzten Besuchers": Sabine und Helen, einst Freundinnen, treffen sich in Frankfurts   Kleinmarkthalle, wobei Helen, merkwürdig elend aussehend, den Kontakt zu meiden scheint. Die hartnäckige Sabine versucht hinter das Geheimnis dieser Wandlung zu kommen und bezahlt dafür mit dem Leben. Daniel wird als verkaterter Mann beschrieben,   der sich nur schwer an den Abend zuvor erinnern kann - wo ist seine Partnerin, und warum klingelt die Polizei an seiner Tür? „So lange er denken konnte, gehörten Ängste zu seinem Leben" - dann taucht noch, fast anonym, ein Mann auf, der   zwischen Panik und maßlosen Wutausbrüchen zu pendeln scheint. Hat er etwas mit dem Mord an Sabine zu tun?
Scheinbar idyllisch beginnt „Tod in der Wetterau". Autorin Jule Schwachhöfer übernahm dabei Elemente eines realen Tötungsdeliktes vor einigen Jahren als Bausteine für eine eigenständige Handlung. Kathrin Schneider, begeisterte Reiterin,   hat am zweiten Urlaubstag einen Geländeritt genossen und führt ihr Pferd in den Stall zurück. Vor einer Wegbiegung bleibt das Tier stehen und ist nicht zum Weitergehen zu bewegen - ein Mann liegt mit dem Gesicht nach unten auf dem Weg, ermordet.   Die Polizei findet seine Identität heraus - aber wie kommt ein unauffälliger Familienvater aus dem Ruhrpott als Mordopfer auf einen Wetterauer Reiterhof?
Versteht sich, dass die Autorinnen hartherzig blieben und das Ende ihrer Krimis nicht verrieten. So blieben nur die Dankesworte und guten Wünsche Carla Kleinaus. Viele Zuhörer nahmen Bücher mit. An diesem Abend mag mancher spät das Licht gelöscht   haben.

 
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